Rund 30 Prozent des deutschen Erdgasmarktes werden derzeit mit L-Gas versorgt, das aus deutscher Eigenproduktion und niederländischen Exporten stammt. Der kontinuierliche Rückgang der einheimischen und niederländischen L-Gas-Produktionsleistung erfordert in den kommenden Jahren nicht nur steigende Importe aus Russland, Norwegen und anderen H-Gas-Bezugsquellen mit den dafür notwendigen infrastrukturellen Anpassungen, sondern auch netztechnische Umstellung einzelner Regionen im Avacon Hochdruck Netzgebiet von L-Gas auf H-Gas.

Der deutsche Verbrauch wird entweder durch L-Gas (low calorific gas) oder durch H-Gas (high calorific gas) gedeckt. Der Transport von L- und H-Gas erfolgt in separaten Leitungssystemen. Die beiden Gasarten unterscheiden sich hinsichtlich ihres Energiegehaltes. 

Kostenerstattungsanspruch bei Installation eines Neugeräts

Sollten Sie ein Gasverbrauchsgerät vor der Anpassung modernisieren, besteht die Möglichkeit einer anteiligen Kostenerstattung. So können Sie im Rahmen des Umstellungsprozesses für ein Neugerät, welches bei der bevorstehenden Gasumstellung nicht mehr angepasst werden muss, einen Zuschuss von 100 Euro je Neugerät erhalten.

Dieser Kostenerstattungsanspruch trifft unter folgenden Voraussetzungen zu, vgl. § 19a Abs. 3 EnWG:

  • Sie sind Eigentümer der Kundenanlage bzw. des bisherigen Verbrauchsgerätes
  • als Eigentümer weisen Sie uns die ordnungsgemäße Verwendung des bisherigen Verbrauchsgerätes nach
  • als Eigentümer installieren Sie nachweislich und auf Grund der Umstellungsprozesses nach § 19a Abs. 1 EnWG ein Neugerät, welches im Rahmen der Umstellung nicht mehr angepasst werden muss
  • die Installation des nicht mehr anzupassenden Neugeräts erfolgt nach der Bekanntgabe der Umstellung für Ihren Netzanschluss (2 Jahre im Voraus) und vor der Anpassung des Altgerätes auf die neue Gasqualität (die Anpassung des Altgerätes entfällt damit)

Um Ihren Kostenerstattungsanspruch geltend zu machen, nutzen Sie bitte zwingend das hier veröffentlichte Formular „Kostenerstattung 100 Euro“. Wir weisen vorsorglich darauf hin, dass nur vollständig ausgefüllte Anträge von uns berücksichtigt werden können.

Antragsformular

Ausfüllhilfe zum Antragsformular

Sie erhalten von uns eine der folgenden Antworten auf Ihren eingereichten Antrag:

  • bei Bewilligung: innerhalb von 6 Wochen die Auszahlung von 100 Euro je Gerät an das uns im Antrag genannte Konto
  • bei Unvollständigkeit: eine zeitnahe Rückmeldung mit Unvollständigkeitsgründen zur Nachbesserung. Auf Wunsch nutzen wir hierzu gerne Telefon oder E-Mail
  • bei Ablehnung: ein postalisches Antwortschreiben

Es wird von uns kein separates Antwortschreiben zur Eingangsbestätigung versandt. Wir bitten Sie innerhalb der ersten 6 Wochen von Rückfragen zum Bearbeitungsstand abzusehen.

Das L-Gas-Produktionsaufkommen befindet sich überwiegend in den nördlichen Teilen der Niederlande und Deutschlands. Diese Gasvorkommen gehen jedoch kontinuierlich zurück. Die fehlenden L-Gas-Mengen, die durch H-Gas-Mengen aus anderen Bezugsquellen ersetzt werden, machen diese Marktraumumstellung notwendig.

Um die Versorgung mit Erdgas in den L-Gas-Markträumen aufrecht erhalten zu können, haben alle betroffenen Gasnetzbetreiber in Abstimmung mit der Bundesnetzagentur einen Ausbauplan für das deutsche Gasnetz entwickelt. Die schrittweise, regionale Umsetzung für diesen Netzentwicklungsplan Gas (NEP Gas) beginnt bereits ab dem Jahr 2015.

Die Marktraumumstellung erfordert eine Anpassung aller installierten Gasgeräte beim Kunden von L-Gas auf H-Gas gemäß den technischen Regeln des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW).
Als Ihr zuständiger Netzbetreiber sorgt die Avacon AG rechtzeitig dafür, dass die notwendigen Anpassungen der Gasgeräte wie z. B. Heizkessel und Gasherd durch zertifizierte Fachunternehmen sichergestellt und durchgeführt werden. Neben allen Gasgeräteanpassungen in Haushalten müssen ebenso Gewerbe- und Industrieunternehmen sowie Gaskraftwerke auf die veränderte Gasart (H-Gas) eingestellt werden. Nach Angaben des DVGW werden in Deutschland im Laufe der kommenden Jahre insgesamt vier bis fünf Millionen Heizungsanlagen und weitere Gasgeräte angepasst. Infolgedessen werden wir Sie frühzeitig über alle Maßnahmen zur Marktraumumstellung ausführlich und schriftlich informieren.

Avacon hat frühzeitig die ersten Kommunen und Gas-Verteilnetze identifiziert, in denen die Umstellung von L-Gas auf H-Gas in den nächsten 10 Jahren erfolgen wird. Die Anpassung selbst umfasst ein ganzes Maßnahmenpaket, das neben der technischen Umsetzung auch eine koordinierte Organisation beinhaltet. Vor der eigentlichen Anpassung erfolgt die komplette Erfassung aller installierten Gasgeräte. Die Sicherstellung des ordnungsgemäßen Verbrennungsvorganges erfolgt in einem weiteren Schritt durch den Einbau der gerätespezifischen Umrüstsätze, falls erforderlich. Nach vorgenommener Anpassung der Gasgeräte wird durch die Avacon Hochdrucknetz GmbH zudem eine unabhängige Kontrolle der Anpassungsarbeiten durchgeführt, um den hohen Qualitätsanforderungen gerecht zu werden.

Bei Anlagen von Gewerbe- und Industriebetrieben können je nach Anlagentyp weitere Anpassungstätigkeiten notwendig sein. Dies muss  jeweils vor Ort und individuell geprüft werden.

 

 

Die Kosten für diese Anpassung des Gasgerätes zahlt nicht der von der Umstellung betroffene Anschlussnehmer vor Ort. Die Kosten werden stattdessen auf alle erdgasversorgten Haushalte und Industrieunternehmen in Deutschland umgelegt – unabhängig davon, ob Kunden L- oder H-Gas beziehen. Mit dieser gemeinschaftlichen Finanzierung wird dem Solidar-Gedanken Rechnung getragen. Beginnend im Jahr 2015 werden die pro Jahr anfallenden Kosten für die schrittweise Umstellung in Nord- und Westdeutschland ermittelt und Jahr für Jahr wie oben beschrieben umgelegt – bis zum Abschluss aller Umstellungsmaßnahmen etwa im Jahr 2030.

Die gesetzliche Grundlage für dieses Verfahren findet sich im Energiewirtschaftsgesetz (Paragraf 19a: Umstellung der Gasqualität). Auf dieser Grundlage handelt Avacon Hochdrucknetz GmbH als Gasnetzbetreiber.

In den Jahren 2016 und 2017 werden nach den aktuellen Planungen die nachfolgenden Gasversorgungen in den Regionen Bomlitz sowie  Nienburg/Neustadt durch die Avacon Hochdrucknetz GmbH von L-Gas auf H-Gas umgestellt.

In den Jahren ab 2018 bis 2021 stehen weitere Umstellungen in den Regionen Großburgwedel/Peine und Wolfsburg/Helmstedt/Salzgitter-Lebenstedt an.
Weitere Umstellungsgebiete werden voraussichtlich im Anschluss im Bereich südlich von Salzgitter folgen.
Sowie die Planungen konkretisiert sind, finden Sie weitere Informationen auf unserer Homepage.

Übersicht Umstellungstermine

Entsprechend der Kooperationsvereinbarung zwischen den Betreibern von in Deutschland gelegenen Gasversorgungsnetzen (KoV) und dem zugehörigem Leitfaden für die Marktraumumstellung informieren wir Sie hiermit fristgerecht über die betroffenen Zählpunkte für die Gebiete, die von L-Gas auf H-Gas umgestellt werden.

Entsprechend unserer Verpflichtung zur Veröffentlichung des jeweiligen Umstellungstermins zwei Jahre im Voraus auf unserer Internetseite (vgl. § 19a Abs. 1 EnWG) sind in den nachfolgend abgelegten Dateien alle betroffenen Umstellungsgebiete straßenscharf hinterlegt und alle betroffenen Verbrauchsstellen sind anhand ihrer Zählpunkte anonymisiert aufgelistet.

Tabellenübersicht (letzte Aktualisierung am 19. Juli 2017)